Die Geschichte

Wir wurden uns zum ersten Mal bewusst, dass wir einander emotional sehr viel zu bieten hatten, als wir eine Inszenierung von Goethes „Stella“ im Düsseldorfer Schauspielhaus sahen. Also jene Geschichte zweier Frauen mit Partnerverlust, die sich begegnen und feststellen, dass sich ihre Partner auf denselben Mann bezieht. Zwar war die Aufführung kein Jahrhundertwerk, aber erschütterte uns. Dara Weishaupt schreibt in Ihrem Text Blog: „Es passiert mir selten, dass ich im Theater weine, aber da war es so von Anfang bis Ende. Merkwürdigerweise verfolgte ich die Geschichte durch die Brille meiner von ihrem Mann verlassenen Freundin, während sie alles aus meiner Perspektive wahrnahm. Das Wiederfinden eines elementaren Schmerzes in der Literatur wirkte reinigend und tröstend gerade dadurch, dass es das eigene Leid nochmals intensivierte. Wenn nun der Schmerz in einigen meiner Bilder als Grundstimmung wiederkehrte und meine Malerei an Intensität gewonnen hat, so wurde das vielleicht auch durch den Besuch der „Stella“-Aufführung ausgelöst. Darüber hinaus bestärkte mich jener Abend, den Beginn eines neuen Lebensabschnittes zu wagen. Juan Miguel Pozo, 1968 in Banes, Provinz Holguin geboren, gehört zu jenen Künstlern Kubas, die über Jahre auf Havannas Straßen ihr Glück als Maler versuchten. Der Einfluß von Literatur ist nicht auf Anhieb zu entdecken, da Pozo sehr stark auf die Kultur der Comics, Pop-art reagiert und auch die Kunstgeschichte als Quelle anzapft. Jedoch haben die Inhalte seiner Bilder, deren Hang zum Erzählerischen sehr evident ist, oft stark literarischen Bezug.

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